Fünf Millionen Franken für mit Radium belastete Wohnungen

Bald soll in der Schweiz niemand mehr in Räumen leben müssen, in denen eine gesundheitsgefährdende Strahlenbelastung durch Radium besteht. Der Bundesrat hat nun einen entsprechenden Aktionsplan verabschiedet.

Wie viele Schweizer Häuser mit Radium belastet sind, will der Bund bis 2019 wissen. © Paulwip, pixelio.de

Mit dem radioaktiven chemischen Element Radium könnten laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Suva bis zu 500 Gebäuden vor allem im Jurabogen, in denen bis 1963 Jahre Uhrenateliers ansässig waren, belastet sein. Dies teilte das BAG am Pfingstsonntag mit. Denn dort wurden damals in Setzateliers und in Heimarbeit Zeiger und Zifferblätter von Uhren mit radiumhaltigen Leuchtfarben bemalt. Der radioaktive Stoff gilt als krebserregend.

Nachdem aus gesundheitlichen Gründen in den 1960er Jahren auf die Verwendung der radioaktiven Farbe verzichtet wurde, kontrollierte die Suva die von ihr beaufsichtigten Werkstätten und sanierte die belasteten Orte. Allerdings wurden die Heimarbeitsorte damals nicht systematisch erfasst und konnten deshalb nicht dekontaminiert werden. Ein Problem dem BAG und Suva mit der gross angelegten Messkampagne in eventuell verseuchten Standorten nun Herr werden möchte. Darüber hinaus wird ein Kataster angelegt, in die ehemaligen Ateliers erfasst werden sollen. Dazu betreibe man historische Nachforschungen bei den Kantonen und Gemeinden.

Untersuchungen in Biel bereits durchgeführt

Im Juni 2014 wurde bereits eine Adressliste von Gebäuden veröffentlicht, in denen sich früher Leuchtfarben-Setzateliers der Uhrenindustrie befanden. Um eine Gesundheitsgefährdung der heutigen Bewohnerinnen und Bewohner auszuschliessen, hat das BAG zusammen mit der Suva in den letzten Monaten Radioaktivitätsmessungen durchgeführt. Die Messungen haben in der Stadt Biel begonnen, wo auch bereits erste Pilotsanierungen durchgeführt wurden. Es folgen nun weitere Messungen im Jurabogen. Bis 2019 sollen alle belasteten Gebäude ermittelt und erfasst werden, damit möglichst bald eine Sanierung stattfinden kann. Der Aktionsplan Radium 2015-2019 des Bundes unterstützt Sanierungen belasteter Bauten mit bis zu fünf Millionen Franken.

Ist mein Zuhause Radium belastet?

Wenn Sie wissen möchten, ob Sie in einem verseuchten Haus wohnen, können Sie beim BAG unter der Mailadresse str@bag.admin.ch nachfragen. Dort können Sie auch potenziell betroffene Bauten melden. (nge/pd)

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